Fliegende Teppiche – Tourismus in der Türkei
Die Türkei hat viele kulturelle Schätze zu bieten. Als Tor zum Orient bietet sich hier der perfekte Übergang von der westlichen zur orientalischen Welt, auch in Bezug auf Kunst und Kultur. Dennoch hat sich die Türkei in Bezug auf den Tourismus auf einen anderen Weg, den lukrativeren, festgelegt. Und selbst wer eine Kulturreise in das ehemalige osmanische Reich bucht, bekommt doch nur eine leicht modifizierte Kaffeefahrt.
Badeurlaub erfreut sich höchster Beliebtheit
Die meisten Türkeitouristen kommen wegen des Mittelmeeres, der schönen Strände und des warmen Klimas. Nachdem die deutsche Touristik die Türkei für sich entdeckt hat, sprießen in den Küstenorten Hotels aus dem Boden. Als Drehscheibe für den Flugreiseverkehr gilt Antalya und viele Touristen kommen nicht weit über die Stadtgrenzen hinaus, da sich in unmittelbarer Nähe die Touristenzentren Side, Manavgat und Belek im Osten, sowie Kemer im Süden befinden. Schaut man sich an, welche Hotels Antalya selbst zu bieten hat, wird man feststellen, dass hier vor allem auf hohe Kapazitäten gesetzt wurde. Bettenburgen in unmittelbarer Nähe der Strände und der Küste mit großen clubähnlichen Außenanlagen und riesigen Poollandschaften bieten alles, was das erholungsbedürftige Touristenherz braucht. Als Unterhaltungsprogramm bieten türkische Geschäftsleute alles, was der Deutsche wünscht. Bratwurst und Kraut, Kartoffelgerichte und Döner bestimmen das kulinarische Programm und auch Bier und andere Alkoholika werden in dem muslimischen Land hemmungslos ausgeschenkt. Viele Gastronomen haben Verwandte in Deutschland, haben selbst dort gelebt und wissen daher genau, was der Deutsche wünscht.
Kulturelles Rahmenprogramm?
Natürlich kann man die Sehenswürdigkeiten und Kulturschätze der Türkei auch bereisen und damit sein Strandrefugium verlassen. Jedoch ist das nicht so ohne Weiteres auf eigene Faust möglich. Wer mit einem Leihwagen ins Blaue fährt und in einem kleinen charmanten Bergdorf haltmacht, wird vor allem mit Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, es sei denn, man ist der türkischen Sprache mächtig. Außerdem sind die Bewohner der kleinen Orte nicht auf Touristen eingestellt, sondern werden einen immer an den nächsten Anlaufpunkt für Touristen, meist ein künstliches Zentrum in der Nähe einer Sehenswürdigkeit, verweisen, welches den Charme eines Busbahnhofs verströmt. In großen Hallen kann man speisen und trinken und sich mit einem Fremdenführer die Attraktion anschauen. Wichtig ist, dass man vor der Weiterfahrt den eigens errichteten Teppichbasar besucht, wo man ein Meister des Handelns sein muss, um ohne Kaufabschluss wieder zu entkommen. Erst dann geht es weiter zum nächsten Punkt auf der Landkarte. Wer in der Türkei Kultur sucht, wird Teppiche finden, und auch wenn die Teppichwebkunst ohne Zweifel eine lange Tradition hat, ist fraglich, ob das Land sich selbst einen Gefallen damit tut, sein Potenzial derart zu verhökern. Die Schönheit und der Reichtum des Landes verdienen es eigentlich, auch im Inland anders präsentiert zu werden.